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30.7.2010 : 1:45 : +0200

Windows Remote Boot und mehr ...


Die Grundidee des OS-Streaming, nämlich Windows nicht von einer lokalen Festplatte sondern von einem zentralen Speichermedium im Netzwerk (SAN/NAS) zu booten, ähnelt tatsächlich dem DOS- und Win16 Remote Boot der 80er und frühen 90er Jahre. Leider ist es, im Gegensatz zu damals, nicht möglich den OS-Kernel auf einmal ins RAM zu laden und auszuführen. Dies verhindern seine Größe, das dynamische Nachladen von Komponenten und permanente Schreibvorgänge auf die Systemplatte.

 So funktioniert OS-Streaming:
(1) Zunächst wird das Betriebssystem zusammen mit den gewünschten Applikationen installiert. Aus dieser Installation wird das "vDisk-Image" erzeugt und im Netzwerk abgelegt.

(2) Computer, die dieses Image nutzen wollen, werden im BIOS auf Netzwerkboot umgestellt und erhalten beim booten über den Bootserver einen Bootstraploader, der in der Lage ist, eine Festplatte zu simulieren, die nicht im Gehäuse eingebaut ist sondern über das Netzwerk zur Verfügung gestellt wird. Von dieser virtuellen Harddisk wird dann das vDisk-Image mit Windows und den Applikationen geladen.

Zwei Betriebsarten:
(1) Der Private Image Mode - ein vDisk-Image pro Computer mit Read-/Write Zugriff auf das Image - entspricht im Wesentlichen einer Umlenkung der Festplatte ins Netzwerk

(2) Mit dem Standard Image Mode ist es möglich, mehrere Computer mit dem gleichen Image zu booten. Der Zugriff auf das Image ist dann Read-Only. Schreibvorgänge, die das Betriebssystem betreffen, werden auf andere Medien umgeleitet.

Die Zuweisung eines (anonymen) Images sowie der jeweiligen Identität (Servername, IP-Adresse etc.) erfolgt durch den Managementserver anhand der MAC-Adresse.

Führend in dieser Technologie war die Firma Ardence, die Ende 2006 von Citrix übernommen wurde. Das Ardence-Produkt wird seit 1.1.2008 unter dem Namen "Citrix Provisioning Server for Datacenters" vermarktet.